Harzböden sind fugenlose, langlebige und leistungsfähige Bodenlösungen für industrielle, gewerbliche sowie öffentliche und private Gebäude. Sie werden flüssig auf vorbereitete Untergründe – in der Regel Beton – aufgetragen und härten durch eine chemische Reaktion aus. Das Ergebnis ist eine widerstandsfähige, flüssigkeitsdichte und hygienische Oberfläche, die sicher zu begehen ist. Harzböden sind hinsichtlich Aufbau, Optik und Funktion individuell anpassbar.

Der Einsatz von Harzböden ist besonders sinnvoll, wenn hohe Anforderungen an mechanische Belastbarkeit, Hygiene, Chemikalienbeständigkeit, Rutschfestigkeit, Reinigungsfähigkeit und einen geringen Wartungsaufwand bestehen. Neben der Funktionalität gewinnen auch Optik, Design und Individualisierung zunehmend an Bedeutung.
Harzböden kommen in einer Vielzahl von Anwendungen zum Einsatz. Im industriellen Bereich werden sie vor allem in Fabriken, Produktionshallen, der Lebensmittelindustrie, in Parkhäusern sowie in Logistikzentren und Lagerhallen eingesetzt.


Außerhalb der Industrie eignen sich Harzböden für komfort- und designorientierte Anwendungen, etwa in Einrichtungen des Gesundheits- und Pflegebereichs, in Bildungsstätten sowie in öffentlichen, Wohn- und Geschäftsgebäuden. Auch in Freizeit- und Gemeinschaftseinrichtungen werden sie aufgrund ihrer Eigenschaften geschätzt.
Darüber hinaus finden Harzbodenbeschichtungen und -versiegelungen Anwendung als Sportböden sowie in Abdichtungs- und Wandsystemen.


Da Endkunden und Branchen unterschiedliche Anforderungen haben, stehen verschiedene Harztechnologien (z. B. Epoxidharz, wasserbasiertes Epoxidharz, Polyurethan, wasserbasiertes Polyurethan, PU-Zement und PMMA) zur Verfügung, die jeweils spezifische Eigenschaften bieten.
Die Auswahl eines geeigneten Harzbodens basiert auf drei Ebenen:
1. Kernparameter für universelle Harzbodenbeschichtungen
• Mechanische Beständigkeit: Sie hängt von der Schichtdicke des Bodens ab
- Light duty (geringe Beanspruchung): Leichter Fußgängerverkehr sowie gelegentliche Fahrbewegungen mit gummibereiften Fahrzeugen.
- Medium duty (mittlere Beanspruchung): Regelmäßiger Fußgängerverkehr, häufiger Gabelstaplerverkehr sowie gelegentliche Befahrung mit Wagen auf Hartplastikrädern.
- Heavy duty (hohe Beanspruchung): Ständiger Gabelstaplerverkehr, Wagen mit Hartplastikrädern sowie teilweise Stoßbelastung.
- Very heavy duty (sehr hohe Beanspruchung): Schwerer, hochbelasteter Verkehr und starke Schlagbeanspruchung.

• Chemikalienbeständigkeit: In der Regel ist sie gegenüber häuslichen, gewerblichen und den meisten industriellen Reinigungsmitteln ausreichend.
• Rutschfestigkeit: Entsteht durch rutschhemmende Partikel in der Versiegelung oder durch das Abstreuen von Sand zwischen Beschichtung und Versiegelung.

• Reinigungsfähigkeit: Reinigungsfrequenz und -intensität beeinflussen den Reinigungsaufwand (z. B. den Einsatz von Maschinen) sowie die Wahl der Reinigungsmittel und deren Dosierung.

Die optimale Rutschfestigkeit stellt stets ein Gleichgewicht zwischen sicherem Begehen – wobei die Sicherheit oberste Priorität hat –, der Reinigungsroutine, den Oberflächenbedingungen sowie der Art des verwendeten Schuhwerks dar. Sie kann entweder normativ festgelegt oder gemeinsam mit dem Kunden entsprechend seinen spezifischen Anforderungen definiert werden. Harzbodensysteme lassen sich dabei anpassen und individuell gestalten, wobei Muster und insbesondere Vor-Ort-Muster eine wichtige Entscheidungsgrundlage darstellen.

• Weitere Parameter: Dichtheit und langfristige Dauerhaftigkeit.
2. Qualitative Parameter („Soft Skills“) für universelle Harzbodenbeschichtungen
• Aussehen, Farbgestaltung, UV-Beständigkeit, Glanzgrad und Oberflächenstruktur etc.

• Individualisierung
• Gesundheit, Sicherheit und Nachhaltigkeit
- Emissionen
- Zertifizierungen und Beitrag zur Nachhaltigkeit
- Kennzeichnung, Gesundheit und Sicherheit, Piktogramme
- Lebenszyklusanalyse, Haltbarkeit
- Erschwinglichkeit
3. Zusätzliche Parameter für Speziallösungen bei Harzbodenbeschichtungen
• Schnelle Wiederinbetriebnahme (z. B. in Industrie und Einzelhandel)
• Temperatur- und Thermoschockbeständigkeit (z. B. in der Lebensmittelindustrie)
• Hohe Chemikalienbeständigkeit (z. B. in der Chemie- und Pharmaindustrie)
• Rissüberbrückung (z. B. in WHG-Bereichen und Parkhäusern)
• Elektrische Leitfähigkeit (z. B. in ESD- und ATEX-Bereichen)
• Hygiene (z. B. in Krankenhäusern und Reinräumen)
• Luftqualität (z. B. in Reinräumen und Innenräumen)
• Komfort (z. B. in Kindergärten, Schulen, Büros und privaten Wohnungen)
• Schalldämmung (z. B. in Bibliotheken, Schulen, Büros und privaten Wohnungen)
• Dekorative oder künstlerische Bodengestaltung (z. B. in Geschäften)
• Abdichtung und Entwässerung
• Untergrundverträglichkeit


Der Schlüssel zur richtigen Systemwahl liegt darin, die spezifischen Anforderungen des Kunden und der jeweiligen Branche genau zu verstehen, Muster gezielt einzusetzen und das passende System anzubieten – nicht mehr und nicht weniger.
Ein typisches Systembeispiel für einen Harzboden ist KÖSTER OS 8, das speziell für mechanisch beanspruchte, befahrbare Betonflächen in Parkhäusern und industriellen Nutzbereichen entwickelt wurde.